Die Zahl der Datenschutzbeschwerden beim Landesbeauftragten für den Datenschutz Niedersachsen ist im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark angestiegen.
Besonders auffällig ist der Anstieg in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Kommunen, Immobilienwirtschaft, Auskunfteien, Finanzsektor und Adresshandel meldeten Bürgerinnen und Bürger vermehrt mögliche Verstöße.
Unverändert hoch ist zudem die Zahl der gemeldeten Datenschutzverletzungen durch Unternehmen, Verbände, Kommunen und Behörden. Diese sind nach der DSGVO verpflichtet, Datenpannen zeitnah an die Aufsichtsbehörde zu melden.
LfD Denis Lehmkemper sieht die Ursache für den Anstieg sowohl in der zunehmenden Digitalisierung als auch in einer wachsenden Sensibilität der Bevölkerung: „Wenn mehr personenbezogene Daten fließen, steigt auch das Risiko von Datenschutzverletzungen. Umso wichtiger ist es, den Datenschutz bereits in der Entwicklungsphase von digitalen Systemen und Prozessen mitzudenken.“
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Angesichts des Anstiegs von Beschwerden und Meldungen sollten Unternehmen ihre Datenschutzorganisation überprüfen und gezielt stärken:
- Videoüberwachung prüfen: Kameras nur einsetzen, wenn ein klarer Zweck vorliegt, und sicherstellen, dass keine unbeteiligten Personen oder Nachbargrundstücke erfasst werden.
- Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) aktualisieren: Schutzkonzepte regelmäßig an neue Risiken anpassen.
- Mitarbeiter sensibilisieren: Schulungen helfen, Fehler im Umgang mit personenbezogenen Daten zu vermeiden.
- Meldungen ernst nehmen: Datenpannen müssen nach Art. 33 DSGVO innerhalb von 72 Stunden an die zuständige Behörde gemeldet werden.
- Datenschutz „by design“ einführen: Neue Systeme und Prozesse sollten von Anfang an datenschutzkonform geplant werden.
So können Unternehmen nicht nur Beschwerden und Bußgelder vermeiden, sondern auch das Vertrauen von Kunden, Partnern und Mitarbeitern stärken.




